Stürze vermeiden ist wichtig!

Laut Statistik stürzen ein Drittel der über 65-Jährigen 1 Mal pro Jahr. Durch die Volkskrankheit "Osteoporose" wird die Wahrscheinlichkeit der Brüche nach Stürzen zusätzlich noch erhöht.

Rund 80% der Stürze ereignen sich im gewohnten Umfeld im Alltag. Zwar benötigen „nur“ etwa 20 Prozent der Gestürzten nach dem Sturz eine medizinische Behandlung, doch enden immerhin deutlich über 5 Prozent der Stürze mit Knochenbrüchen, etwa Frakturen im Bereich der Hüfte oder des Oberschenkelhalses.
Was folgt ist eine Beeinträchtigung der Mobilität, der Selbstständigkeit und somit der Lebensqualität und kann im schlimmsten Fall auch zum Tod führen.

In häufigen Fällen entwickelt der gestürzte Mensch eine Angst vor weiteren Stürzen, was ihn in seiner Mobiliät wiederum hindert.

Die Ursachen und Risikofaktoren für Stürze sind sowohl in körperlichen und gesundheitlichen Einschränkungen und Beeinträchtigungen als auch in der Wohn- und Lebensumgebung zu suchen.

Gesundheitliche Einschränkungen sind z.B.:

  • Muskelschwäche (etwa durch langes und häufiges Liegen, mangelnde Bewegung bzw. Mangelernährung),
  • Gangstörungen,
  • Seh- und Hörschwäche,
  • Arthritis,
  • Dranginkontinenz,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Blutdruckschwankungen mit Schwindel,
  • Störungen des Gleichgewichtssinnes,
  • Angst vor Stürzen,
  • mangelnde Konzentration etwa durch Ablenkung oder
  • Demenz etc.

Einschränkungen in der Wohn- und Lebensumgebung:

  • Treppen (ohne Handlauf) und
  • sogenannte Stolper- und Sturzfallen wie Schwellen, Bettvorleger, glatte Böden, herumliegende (auch kleine) Gegenstände, frei liegende, wegrutschende Teppiche, lose Kabel,
  • ungeeignetes Schuhwerk,
  • schlechte Beleuchtung,
  • diverse Kanten und Hindernisse,
  • im Winter auch vereiste Gehwege

Maßnahmen zur Verminderung des Sturzrisikos und zur Sturzprophylaxe bzw. Sturzprävention:

  1. Möglichst barrierefreie Bedingungen herstellen, etwa im Bad, in der Küche oder rund um das Bett.
  2. Potenzielle Hindernisse und Stolperfallen (rutschige Teppiche, sich aufbiegende Teppichkanten, frei liegende Kabel, Kleinmöbel, Staubsauger, frei stehende Pflanzen etc.) beseitigen.
  3. Keine Gegenstände herumliegen lassen.
  4. Für ausreichende Beleuchtung sorgen.
  5. Anbringen von Haltegriffen etwa in den Sanitärräumen.
  6. Dafür sorgen, dass Betreute etwa nach dem Aufwischen nicht über nasse oder feuchte Böden gehen.
  7. Rutschsichere Teppiche oder Gummimatten können risikovermindernd wirken. 
  8. Sorgsame Begleitung der Betreuten bei gleichzeitiger Ermöglichung von Selbstständigkeit.
  9. Begleitung und Training bei der Benützung von Gehhilfen.
  10. Auf geeignete Bekleidung und geeignetes Schuhwerk achten.
  11. Nach Unterweisung durch medizinisches Fachpersonal bzw. Pflegepersonal können auch Übungen zur Förderung des Gleichgewichts sowie Übungen zum Bewegungs-, Kraft- und Ausdauertraining in den Alltag eingebaut werden. Besonders wichtig ist die Stärkung der Arm- und Beinmuskulatur. Entsprechende Übungen können auch im Sitzen oder Liegen gemacht werden.

Diese Tipps dienen besonders Betreuungskräften bei der Betreuung in den eigenen vier Wänden sowie auch Ihnen als (pflegenden) Angehörigen!

Wir hoffen Ihnen mit unserem Blog behilflich gewesen zu sein!

 

*Quelle: www.daheimbetreut.at/sites/default/files/magazine/daheimbetreut_Ausgabe2_2020_STMK_1_1.pdf