Die Alterskrankheit Demenz

Über 100.000 ÖsterreicherInnen leiden an der Volkskrankheit Demenz. Bis 2050 sollen es 2-3x soviel sein und weltweit rechnet man mit 120 Millionen Demenzerkrankten.

Im Allgemeinen schreitet die Demenz langsam voran. Es gibt 3 Formen von ihr, man spricht von leichter, mittelschwerer und schwerer Demenz.

  • Die leichte Demenz:
    Zu allererst werden die Sätze kürzer und der/dem Betroffenen fallen bestimmte Wörter nicht mehr ein. Kleinigkeiten werden nicht mehr gefunden...
    Auf weit zurück liegende Dinge kann man sich dennoch gut erinnern.
  • Die mittelschwere Demenz:
    Betroffene werden bei dieser Form unruhig, finden sich in ihrer gewohnten Umgebung schwer zurecht. Alltägliche Dinge wie Waschen oder Essen fallen schon schwer.
  • Die schwere Demenz:
    Bei der letzten Form der Demenzstadien weiß der/die Betroffene nicht mehr, welcher Tag gerade ist. Die Orientierung setzt total aus. Patienten erkennen die eigenen Kinder, Partner oder Angehörige nicht mehr. Die Persönlichkeit geht verloren und das soziale Verhalten ändert sich.

Viel Zeit, Kraft und Geduld erfordert die Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten.
Rund 80% der Erkrankten werden über lange Zeit zu Hause in der Familie betreut und gepflegt. Rund um die Uhr!
Dies stellt natürlich viele Angehörige vor eine große Herausforderung, psychische und physische  Belastung - umso wichtiger ist es, auf die eigene Gesundheit enorm zu achten, damit es nicht zu totaler Überlastung führt.

Ein paar Tipps im Umgang mit Demenzerkrankten:

  • Information
    Angehörige und Betreuungspersonen brauchen umfassende Information zum Thema Demenz und Alzheimer. Ursachen, Vorkehrungen im Lebensumfeld, Verhinderungen von Unfällen können erläutert werden.
  • Akzeptanz
    Nehmen Sie die betroffenen Menschen so an, wie sie sind und versuchen Sie sie nicht zu ändern. Erkrankte beginnen, in ihrer eigenen Welt zu leben und es fällt ihnen zunehmend schwerer, aus dieser Welt aufzutauchen.
  • Eigenständigkeit
    Halten Sie die Eigenständigkeit der demenzerkrankten Person so lange wie es geht aufrecht und geben Sie dennoch Sicherheit.
  • Kontinuität und Tagesstruktur
    Behalten Sie Gewohnheiten bei. Äußerst wichtig für Betroffene ist eine geregelte Tagesstruktur die beim pünktlichen Aufstehen in der Früh beginnt. Spazieren gehen sowie Pausen einlegen oder Besuche bei Bekannten sind für das Gehirn wichtige Faktoren, um dem Gehirn den "Grund zum Aufstehen" zu geben.
  • Einfachheit & Klarheit
    Eine einfache und unkomplizierte Umwelt ist wichtig. Hinweisschilder in der Wohnung und große Uhren helfen weiter. Achten Sie auch auf ausreichende Beleuchtung.
  • Blicke, Gesten und Berührungen
    Suchen Sie den emotionalen Kontakt über Blicke, Gesten und Berührungen. Wenn die sprachliche Verständigung immer schwieriger wird, helfen Sie sich mit diesen Faktoren weiter.
  • keine Verbote
    Schlagen Sie Alternativen zum "Nein" vor - Ihre Phantasie ist gefragt.
  • Vermeiden unsinniger Wortgefechte
    Oft möchte man Betroffenen wieder und wieder erklären, dass ihre Vorstellung der Dinge falsch ist. Dies führt nur zu unnötigen Konflikten.
  • Gelassenheit
    Reagieren Sie gelassen auf Aggressivität und Ängstlichkeit und nehmen Sie es nicht persönlich! Meistens sind die Betroffenen nur ratlos und wollen Sie nicht kränken!

 *Quelle: Daheim Betreut, Ausgabe 01/2020